Deutsche fürchten sinkende Leistungen bei Krankenversicherung
Viele Krankenkassen in der Bundesrepublik Deutschland haben kürzlich ihre Beiträge erhöht. Die deutsche Bevölkerung macht sich angesichts der Beitragssteigerungen in zunehmendem Maße Sorgen um ihre Krankenversicherung. Viele der gesetzlich versicherten Bundesbürger fürchten zudem, dass ihre Kasse die Leistungen in Zukunft spürbar kürzen wird.
So haben 56 Prozent der gesetzlich und 35 Prozent der privat krankenversicherten Deutschen Angst, dass ihnen die Leistungen in naher Zukunft gekürzt werden. So lautet ein Ergebnis einer Befragung, die das Meinungsforschungsinstitut Emnid im Auftrag des Verbandes der privaten Krankenversicherung (PKV) durchgeführt hat. Die Befragung hat ergeben, dass die große Mehrheit der Versicherten bislang mit ihrer Krankenkasse zufrieden ist. Laut der Untersuchung sind 94 Prozent der privat Versicherten mit dem Krankenschutz bei ihrer Kasse im Großen und Ganzen zufrieden. Bei den gesetzlich Versicherten können sich immerhin 88 Prozent momentan nicht über ihre Krankenkasse beklagen. Es konnte jedoch festgestellt werden, dass immer mehr privatversicherte Deutsche das Gesundheitssystem der Bundesrepublik kritisch betrachten. Gegenwärtig glauben 44 Prozent, dass man in Deutschland im Falle einer Erkrankung bei einer privaten Krankenkasse besser aufgehoben ist. Nur 18 Prozent der Befragten glauben, dass man in einem solchen Fall bei einer gesetzlichen Kasse den besten Schutz bekommt.
In der Bundesrepublik Deutschland gibt es neben der gesetzlichen Krankenversicherung ebenfalls die Möglichkeit, sich privat abzusichern. Unter der privaten Krankenversicherung, kurz PKV, versteht man anders als bei der gesetzlichen Krankenversicherung eine Absicherung, welche über ein privatrechtlich organisiertes Versicherungsunternehmen erfolgt. Im vergangenen Jahr waren in Deutschland nach Angaben des statistischen Bundesamtes ungefähr 8,7 Millionen Menschen privat krankenversichert. Somit befinden sich in etwa 10,5 Prozent der deutschen Bevölkerung in der privaten Krankenversicherung.
Nicht jeder wird in die private Krankenversicherung aufgenommen. Wer sich privat versichern möchte, der hat gewisse Voraussetzungen zu erfüllen. Die Aufnahmekriterien der PKV umfassen unter anderem das Geschlecht, das Alter, den gesundheitlichen Zustand, das Einkommen, den Beruf sowie den von der Versicherung gewünschten Leistungsumfang. Eine bestimmte Gruppe von Personen hat keine Pflicht, sich in der gesetzlichen Krankenkasse zu versichern. Unter anderem zählen hierzu Arbeitnehmer mit einem Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze. Im vergangenen Jahr lag diese Grenze bei einem jährlichen Bruttoeinkommen von 48.600 Euro. Darüber hinaus haben Freiberufler, Beamte und Selbstständige keine Pflicht, sich in der GKV zu versichern.
Für Studenten besteht in der Regel die Versicherungspflicht in der GKV. Jedoch ist es ihnen unter bestimmten Voraussetzungen möglich, sich in bei einer privaten Krankenkasse zu versichern. Studierende können sich zum Beispiel privat versichern, wenn sie am Anfang ihres Studiums stehen oder sich nach dem Auslaufen ihrer kostenlosen Familienmitversicherung von der GKV befreien lassen. Nähere Informationen zu dem Thema „private Krankenversicherung Student“ sind im Internet zahlreich zu finden.